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Die Göttin Bélea

 

 

Vor Unzeiten, am Anfang, war das Nichts. Irgendwann begann sich etwas im Nichts zu regen, zu formen, Gestalt anzunehmen. Und aus dem Nichts wurde das Etwas.

 

Lange Zeiten gab es nur das Etwas, ohne Form und Definitionen. Aber aus dem Etwas regte, rührte und stieg ein Gedanke empor. Dieser Gedanke formte sich zu der Göttin Bélea, die Schöpferin allen Seins. Nachdem SIE sich selbst erschaffen hatte, begann SIE sich Gedanken und Gefühle zu geben. Mit den Gedanken und Gefühlen begann die Ära des Erschaffens. Sie wollte die Gedanken und Gefühle weitergeben und erschaffen aus dem vorhandenen Etwas um SIE herum.

 

So erschuf Bélea die gesamte Welt und den Himmel, warf den Mond und die Sterne an das Himmelszelt, doch die Erde war kahl, öde und leer. Dieses war die erste Ära des Erschaffens und des Formens.

 

So erschuf Bélea die Meere, Berge, Täler, Ebenen und Wüsten, warf ERDE, FEUER, WASSER und LUFT, darob die Welt blühte und gedeihte, doch sie war unbewohnt, nichts Lebendiges ward auf der Erde gesehen. Dieses war die zweite Ära des Erschaffens und des Formens.

 

So erschuf Bélea die Pflanzen, die Bäume und Sträucher, die Tiere des Meeres, des Landes, des Feuers und der Luft. Doch es kam IHR so vor, als fehlte noch etwas. Dieses war die dritte Ära des Erschaffens und des Formens.

 

So erschuf Bélea die Kraft der Magischen Energien und Kräfte, wob astrale Konstrukte und Ebenen jenseits unseres Seins. Doch noch immer schien etwas zu fehlen. Dieses war die vierte Ära des Erschaffens und des Formens.

 

So erschuf Bélea die Lebewesen, die Menschen, die Zwerge, die Elfen, die Orks und die Drachen, all die Wesen, welche wandeln noch heute auf der Welt. Doch die Wesen waren hohl und leer. Dieses war die fünfte Ära des Erschaffens und des Formens.

 

So schenkte Bélea den Lebewesen auf Erden IHREN Odem, SIE hauchte die Gefühle und Gedanken in die Welt, SIE gab den Freien Willen weiter an IHRE Schöpfungen. Und siehe, Bélea  ward zufrieden. Dieses war die sechste Ära des Erschaffens und des Formens.

 

Doch Bélea  ward einsam im Etwas am Himmelszelte. So gebar Bélea  aus einem IHRER beiden Herzen Ihre Töchter und Söhne, Ihre Aspekte genannt. Sie taufte die göttlichen Wesen Boolgur, Amina, Rab, Askedean, Chonsu und Odal. Und Siehe, alles ward getan und SIE ward nicht mehr allein. Dieses war die siebte und letzte Ära des Erschaffens und des Formens.

 

In der achten Ära erwachte das Böse.

 

Aber darob SIE den freien Willen, Gefühle und Gedanken an die Lebewesen auf Erden gab, entstand daraus das Gegenstück Béleas, das Ureigenste Böse regte sich im Nichts. IHR Bruder Nedukalon, das reine Böse, erwachte, brachte Neid, Unheil, Böses und Schrecken über die Erd´, auf welcher wir wandeln, denn das reine Gute weckt auch immer das reine Boshafte, dies ist das grundlegende Gesetz allen Seins.

 

Und Nedukalon tat es Bélea, seiner Schwester gleich. Er zerriss eines seiner beiden Herzen in zwei Teile, so erschuf er seine Aspekte Kador, den Herren alles Bösen, sowie Ulkor, Gott des Unheils, des irren chaotischen Spaßes. Und Nedukalon war zufrieden den Gegenpart zu seiner gehassten Schwester erschaffen zu haben.

 

Und unter seinen Brüdern herrschte Abgunst und Neid, sie stritten und balgten sich untereinander, ganz wie Ihr Vater es gewollt hatte. Nur wenn es gegen die guten Aspekte der verhassten Schwester geht, so mögen die beiden sich für kurze Zeit verbrüdern und die Feindschaft beilegen.

 

Die Erschaffung der Aspekte Béleas

In Ihrer letzten, der siebten Ära des Erschaffens und des Formens erweckte Bélea Ihre Töchter und Söhne, genannt die Aspekte Béleas, gegeben und geformt aus einem IHRER reinen Herzen.

 

So teilte die oberste Göttin eines Ihrer zwei Herzen, teilte das Herz der Liebe. Sie zeriss es in sechs Teile, und die Töchter und Söhne Béleas erblickten das Licht der Welt.

 

Der erste Teil Ihres Herzens ward Rab. Herr der Gerechtigkeit, des wahrlich Guten und Edlen schlechthin, Beschützer und Behüter der Wahrheit und Ritterlichkeit und dem reinen Lichte zugetan. Er gilt als der Beschützer und Hüter des helllichten Tages. Er wird auch Gott des Sommers genannt. Seine Macht ist am größten, wenn die Sonne hoch am Himmelszelte steht, an langen lichtdurchfluteten Sommertagen. Sein Festtag möge die Sommersonnenwende sein.

 

Der zweite Teil Ihres Herzens ward Amina, Göttin und Botin des Lebens, des ewigen Kreislaufes, der Liebe und der Natur. Ihr untersteht die Liebe und Hoffnung, die Natur und die Pflanzen, auch der Weltenbaum ist ein Teil von Ihr. Auch Göttin des Frühlings wird Sie genannt. Ihr wird gedacht, sobald im Frühjahr die ersten Schafe ihre Milch geben, am Imbolg, dem ersten Tag im dritten Monat des Jahres.

 

Der dritte Teil Ihres Herzens ward Boolgur, Herr über das Feuer und die Ernte, angebetet vom einfachen Volke, Beschützer und Behüter des Feuers und der Erde, Teil seiner göttlichen Macht. Auch als Gott der Gelehrten, der Wissenssuchende wird er benannt. Er wird auch Gott des Herbstes genannt. Seine Zeit ist gekommen, wenn die Herbstsonne brennt, die Erntefeiern in ganz Solania begangen werden und sich alle Bewohner des Landes auf die langen Abende am Herdfeuer vorbereiten. Das Erntedankfest möge sein höchster Feiertag sein.

 

Der vierte Teil Ihres Herzens ward Chonsu, der Gott des Mondes, des Nachthimmels und der Sterne, die Luft singt auf seinen Schwingen zum Himmel empor. Seine Macht und Kraft ist am stärksten in Vollmondnächten, er behütet die Nacht. Er ist der Gott des kalten, harten Winters, denn die langen Winternächte gehören Ihm ganz allein. Mitternacht zur Wintersonnenwende, nur zu dem Zeitpunkt soll ein Feste Ihm gegolten sein.

 

Der fünfte Teil Ihres Herzens ward Askedean, der Gott des Kampfes, der Taktik und des Schwertes. Er beschützt und behütet die Kämpfer und Soldaten, die Söldner, kurz, jeden, welcher Schwert und Rüstung trägt. Kraft, Stärke, Mut und Tapferkeit schenkt er jenen, welche im Glauben mit Ihm verbunden sind. Die Schlachtfelder und Kampfarenen Solanias mögen seine geheiligten Orte sein.

 

Der sechste Teil Ihres Herzens ward Odal, die Göttin der Nichtmenschlichen. Sie beschützt und behütet die Kreaturen welche als Katzenwesen, Elfen und Zwerge die Lande bevölkern. Ihr untersteht auch die Magie und das Mystische, das Geheimnisvolle. Unter Ihrem Lichte und Schutz wandeln auch alle Tiere die es gibt in der Welt. Ihre Heimat ist der astrale Raum.

 

Das Herz ward geteilt, nur ein Blutstropfen übersehen, und dieser vermischte sich mit dem Etwas und traf zufällig auf Ulkor, einen der Aspekte Nedukalons, Ihres Bruders, und vermischte sich mit Ihm. Von dem Zeitpunkt an wurde Ulkor noch chaotischer und unberechenbarer, er der das Chaos in sich vereint. Durch den Tropfen ward er nicht mehr wirklich nur noch  böse, sondern benimmt sich oft ähnlich wie ein verzogenes Kind. Er schenkte den Menschen den Schabernack und die kleinen Plagen des Alltages, welche wohl jeder kennt.

 

 

 

 

Und über Allem steht Bélea, die Urmutter, Erschafferin allen Seins und all Ihrer Aspekte, und Sie ward zufrieden. Sie vereint all Ihre Aspekte in Sich, Sie gab eines Ihrer Herzen, und alle Aspekte sind ein Teil von Ihr; und doch existieren Sie allein für sich und handeln nach eigenem Willen. Die Aspekte sind frei und ungebunden.

 

Und so kann und darf jedes Wesen frei entscheiden, welchen Aspekt Béleas er am meisten verehrt und anzubeten er erstrebt, oder ob er sich an die Urmutter gar selbst zu wenden gedenkt.

 

Und die Dunklen, Schurken und Bösewichte richten ihre Wünsche und Gebete zumeist an Kador, den starken der beiden Brüder Nedukalons; die Macht Kadors wächst und wächst Tag für Tag und verdrängt die Aspekte Béleas aus Solania.

Die Göttin Bélea und ihre Aspekte im Lande Solanias

Dereinst, nachdem die Urmutter Bélea Ihr Herz teilte in Ihre sechs Töchter und Söhne, beschloss Sie, gar niemals in die Geschicke Ihrer Schöpfung hineinzugreifen.

 

Sie befahl Ihren Töchtern und Söhnen, sich den Menschen und Nichtmenschen zu offenbaren, jeder, so wie er es gar selbst am besten vermöge, sei es durch göttliche Taten, Visionen oder Wunder, so wie des dem jeweiligen Aspekte gefallen möge. Nur ein direktes Wandeln auf der Erdenscheibe ward den Aspekten strengstens untersagt. So wurde der Glaube der Aspekte in Solania langsam im ganzen Lande verbreitet und die Götteraspekte angebetet und verehrt. Und die Urmutter ward zufrieden in Ihrem Tun.

 

Es zeigte sich, Rab entwickelte sich zu dem stärksten all Ihrer Aspekte, viele verehrten und beteten Ihn an. Rab, der Aspekt alles Guten und Wahren, sehr viele fühlen sich angezogen von seinem Lichte, wie ein Stern in der Nacht.

 

Auch Amina sammelte viele Gläubige um sich, denn viele Wesen sind der Liebe und des Lebens zugetan. Frauen, Liebende, Schwangere, Mütter und Väter sind mit dem Ihrem Aspekte sehr verwoben und glücklich.

 

Der Aspekt Askedean ward in Zeiten des Krieges besonders stark, jedoch in Friedenszeiten schwand seine Macht und Kraft. Er wird oft vergessen, wenn man das Schwerte nicht mehr braucht.

 

Die Aspekte Boolgur und auch Chonsu waren zu alten Zeiten sehr stark, jedoch fielen beide Aspekte einer langen, langen Vergessenheit anheim, und viele Jahrhunderte hindurch waren beide so gut wie vergessen und verschwanden fast ganz. Erst vor einigen Jahren ward es dem schwachen Aspekte Boolgurs möglich, durch ein Wunder zurück in die Welt der Solanen zurückzufinden, und seitdem erstarkt Er erneut.

 Und noch eine geraume Weile später konnte sein Bruder Chonsu wieder den Weg zurück nach Solania finden, aber erst wenige beten und verehren Ihn bis zum heutigen Tage. Er gilt zurzeit noch als der kleinste, geringste Teil der Aspekte.

 

Der Aspekt Odals ward nie fort, ward jedoch auch nie von Menschen so verehrt wie Rab oder Amina. Jedoch glauben viele Magister und magisch Begabte an Sie. Sie, die sich den Nichtmenschen und Mischlingen zugetan fühlt, verteilt Ihre Gaben sehr selten an die reinen Menschen wie ihr und ich.

 

 

 

In den letzten Jahren obsiegte scheinbar Kador gegen Rab, die beiden fochten schon immer im Himmel Ihre Kämpfe untereinander aus, das Dunkle gegen das Licht. Nun scheint die Dunkelheit immer mehr an Macht und Stärke zu gewinnen,  der Dunkle, genannt Kador,  entzieht dem hellen Lichte immer mehr und mehr an Kraft. Fast ganz Solania ist fest in seiner Hand, er lacht und triumphiert, und hat es gewagt, die Urmutter selbst zu herauszufordern.

 

Und weil seine Untaten die Schöpfung Béleas und das ETWAS gar selbst ins Wanken und in Gefahr bringen können, brach die Urmutter Bélea Ihren eigenen Schwur, niemals selbst sich zu erkennen zu geben. Sie sandte Visionen aus an die Gläubigsten der Gläubigen all Ihrer Aspekte, diese zu warnen und gleichzeitig zu beschützen. Die Offenbarung der Urmutter selbst war gekommen. Seither sammeln sich die Gläubigen unter Ihrem Banner und Ihrer schützenden Hand, auf dass gemeinsam ein Weg gefunden wird, Kador zurück in seine Schranken zu verweisen, Ihn zu entmachten und das Gleichgewicht wieder zu erschaffen zwischen Bélea und Ihrem Bruder Nedukalon.