Startseite > Das Land > Freie Solanische Post > 5. Ausgabe

Freie Solanische Post
Ausgabe 5

Die Schreiberlinge waren sich der Gefahren bewusst, doch es hat vielen Ihr Leben gekostet das diese Berichte doch noch den Weg zum Volke finden. Die Zeiten sind finster in Solania, die Gassen Sudgards und ein Teil Suedsolanias sind nicht mehr sicher. Solania befindet sich im Kriegszustand, aber leider nicht nur in den eigenen Grenzen, auch Ruwenien erklaerte uns den Krieg.

Moegen Rab und Boolgur uns beistehen in diesen schweren Zeiten, auf das Solania bald in neuem Glanz erbluehen kann.

Drachenfels trauerte

Thorus I zu Drakonia verstorben, weitere Einzelheiten im Innenteil, wir danken dem solanischen Bürger Asghard Wintersonne dafuer, das er dem verschiedenen Schreiberling Thorben Federkiel das Pergament entnahm und es uns nach mehrerer Sonnenlaufen doch noch erreicht hat.

Die Fahnen wehen auf Halbmast, in Drachenfels herrscht eine tiefe Stille wie seid Jahren nicht mehr. Thorus I von Drakonia zu Solania, der Drache, wie er oft genannt, hat seinen letzten Atemzug getan. Der Drache wandelte über sechs Dekaden über die weiten Solanias, für einen Drachen eine kurze Zeit, aber für einen Menschen ein beachtliches Alter.

Gerüchten zufolge hatte der Reichsfürst zwei Söhne, jedoch liegen uns nur Beweise für einen vor, der wohl auch der erstgeborene sei. Der in Solania Ruhmreiche Urgwarth Schleifer hatte erst nach dem Dahinscheiden seines Vaters erfahren, das er der Rechtmäßige Thronfolger Drakonias sei.

Moege Urgwarth Schleifer ebenso weise regieren wie der Drache von Drachenfels.

Menderia

Schwanenkreuzer und Dragoner wurden in Menderia gesichtet, einem Ort an dem das Chaos herrscht. Streiter des Lichts und der Finsternis mussten Ihren Greul gegeneinander ablegen, um gegen das Chaos bestehen zu können, so glaubte man zunächst. Die Stärke des Chaos wurde überschätzt, und die Recken beider Seiten glaubten sich in einem Erholungsgebiet zu befinden.

Eine Handvoll Draw hat auch keinen Hehl daraus gemacht, das man sich zu einem späteren Zeitpunkt, an einem anderen Ort, vermutlich nicht so friedlich gegenüber stehen würde. Als das Chaos jedoch seine letzten Truppen in die Schlacht geschickt hatte waren die Draw jedoch schon von dem hiesigen Baron von Tatzenbrück verbannt worden. Das Licht siegt trotzdem leicht über das Chaos, auch

Kathrinhagen - Südsolania

Traditionell sollte in dem Rab-Tempel Kathrinhagens eine Zeremonie abgehalten werden, an deren Abschluss die Besucher aus einem Kelch trinken koennten . Dabei handelte es sich um ein Artefakt das Krankheiten besiegen kann. Doch es kam anders, die Maechte der Finsternis schaendeten den heiligen Ort im Namen Abadons, das Blut triefte von den Waenden des Tempels und anstelle von geweihtem Wasser befand sich Blut im Becken. Abadon bediente sich derer Truppen, derer er habhaft werden konnte, neben einfachen Bauern nutze er die Gebeine gefallener Helden der Landesgarde und der herzoglichen Garde. Ein anwesender Rab-Priester erloeste die missbrauchten Seelen auf das Sie wieder Ihre verdiente Ruhe erhielten. Letztendlich obsiegte Abadon indem er den wieder Rab Geweihten Tempel erneut beschmutzte. Man kam zu dem Schluss dass nur noch die reinigende Kraft des Feuers den Ort sichern konnte, das Firmament erstrahlte als die Flammen den ehemals heiligen Ort verschlang. Der Kelch konnte zwar geborgen werden, aber er befindet sich in keinem guten Zustand, ob er seine volle Kraft erneut entfalten kann steht in den Sternen.

Andwinn

Wie einem Mitarbeiter unseres Boten kürzlich mitgeteilt wurde, hat sich jetzt auch die Bruderschaft Boolgurs komplett aus der umkämpften, der Dunklen anheim gefallenden Marktgrafschaft Andwin zurückgezogen.

Die Bruderschaft unterhielt dort noch bis zuletzt ein Bauerngehöft, welches als Zufluchtsort und Flüchtlingslager für alle Menschen in der Marktgrafschaft Andwin genutzt wurde. Bruder Nimrod und einige Mitbrüder und Schwestern versorgten dort die Geflohenen und Vertriebenen mit Lebensmitteln und gespendeten Waren aus anderen Grafschaften, um den hilflosen Menschen vor Ort Linderung, Hoffnung und Trost zu geben. Flüchtlinge wurden von dort weiter aus der Marktgrafschaft Andwin in zur Zeit noch sichere Gebiete Solanias geleitet.

Da sich das Dunkle und Böse jedoch stetig ausbreitete, war es leider zu Guter Letzt der Bruderschaft nicht mehr möglich, das Gehöft zu schützen und geheim zu halten, sodaß es nach einem harten Kampf gegen die schrecklichen Horden aufgegeben werden musste. Den meisten der sich dort aufhaltenden Menschen gelang die Flucht, jedoch leider nicht allen.

Daher sprechen wir hiermit im Namen aller Mitarbeiter dieses freien Botenblattes Solanias denjenigen unser aller Beileid und Mitgefühl aus, welche dort Freunde, Angehörige und sonstig liebgewordene Menschen verloren haben. Vertrauen wir auf unser aller Herzog Mondriac Delvan, auf das seine Kraft und Stärke das Reich zusammenhalten möge und die lauernde Finsternis vertrieben wird.

Niedergeschrieben durch den freien Mitarbeiter Gunter zu Friedensberg.

Wiesengrund

Die Dunke Macht Kadors wurde nun auch schon in der noch freien, sicheren Marktgrafschaft Wiesengrund gesichtet ! Wie diese garstige Geschichte einem unserer Mitarbeiter dieses Boten aus einer wahrscheinlich recht zuverlässigen Quelle zu Ohren gekommen ist, lesen Sie hier!

Schon vor einigen Tages- und Nachtgleichen scheint es in einem Waldstück nahe der Taverne „Zum Dicken Ochsen“ zu einem gefährlichen Ereignis gekommen zu sein. Die dort eingekehrten Wanderer, unter anderem auch ein sehr bekannter Raab-Priester, sollen dort von hässlichen, dämonenartigen Kreaturen überfallen worden sein, welche immer wieder den Namen Kadors brüllten, während sie die Taverne in ein blutbesudelten Trümmerhaufen verwandeln wollten.

Vor der Taverne entbrannte ein furchtbarer Kampf, den eine tapfere solanische Reckin leider mit dem Leben bezahlen musste. Viele der anwesenden Menschen wurden schwer verletzt. Die widernatürlichen Kreaturen konnten aber zum Glück für alle dann doch noch vertrieben werden. Später eingetroffene Reisende, darunter auch einer der Hauptmänner der herzoglichen Garde, Sir Goron, konnten die Verletzten behandeln und die Tote wurde sofort in dem Waldstück in gesegneter Erde in allen Ehren Feuerbestattet.

Wie später von den Anwesenden behauptet wurde, seien die Wesen plötzlich mitten unter Ihnen aufgetaucht, scheinbar durch eine Art Portal oder Riss im Astralraume oder von einer anderen Ebene. Ob so etwas möglich ist, kann unser Zuhörer nicht bestätigen, es erscheint doch etwas fragwürdig. Ansonsten sollte man wohl die Magister der arkanen Künste zu Rate ziehen, denn niemand wäre mehr in Solania sicher. Bislang konnten die Kreaturen des Chaos und die menschlichen Truppen Kadors durch Gebirgspässe und sonstige geographische Hindernisse aufgehalten werden, falls jedoch solche Portale möglich wären, so müsste die gesamte Kriegsführung gegen die Dunkelheit neu überdacht werden !! Hütet euch alle, sage ich nur !!

Aufgezeichnet durch mündliche Wahrheiten, geschrieben für den Boten durch Wildbur Gänsekiel.

Sarafina Verlobt?

Seid der letzten Ausgabe der freien Solanischen Post sind immer wieder Berichte eingegangen, das sich die Novizin Boolgurs verlobt hat. Anfangs handelte es sich nur um den Knappen des Herzogs, vor einigen Tagen erhielten wir eine Anzeige von einem weiteren Verlobten, und es ist moeglich das sich jüngst auch noch ein dritter, unbekannter Bewerber um das Herz Sarafinas buhlt.

Wir werden versuchen im Laufe der Zeit Licht ins dunkel zu bringen, doch sind viele Schreiberlinge verschollen, verstorben oder an den Fronten. Es herrscht also nicht nur Krieg innerhalb und ausserhalb Solanias, sondern auch im wahrsten Sinne des Wortes der Herzen Solanias.

Wir schreiben die Berichte in der Reihenfolge auf in der wir sie erhalten haben.

Neuer Ritter für den Herzog?

Wie unserer Zeitung aus zuverlässiger Quelle zugetragen wurde, hat sich Tharik, der Knappe des allseits hochverehrten Herzogs Mondriac I von Solania, vor einigen Wochen mit Sarafina (zukünftige Baronin von Windesheim, wir berichteten) verlobt. Die Zeremonie soll in einem kleinen Gasthaus in Lieu stattgefunden haben. Unter anderem soll der Reichsritter Cedrus von Craco dagewesen sein, sowie Bruder Balthasar Priester des Bolgur, die die Verlobung bekannt gaben.

Stellt sich nur noch die Frage: War dieses Gasthaus der angemessene Ort für diesen Anlass? Oder muss jetzt schnell geheiratet werden? Anwesende Gäste des Gasthauses wollen gesehen haben, wie Sarafina mehrmals an diesem Abend in Ohnmacht fiel. Sind die Reisestrapazen der vielleicht werdenden Mutter zu viel geworden? Eine offizielle Auskunft zu diesem Gerücht konnte unsere Zeitung aber leider weder von Tharik, noch von Sarafina, noch aus dem herzoglichen Palast bekommen. Bleibt eigentlich nur zu hoffen, dass der Nachwuchs unserer herzoglichen Garde unter geordneten Verhältnissen zu Welt kommt! Außerdem sei noch die Frage erlaubt, sollte eine zukünftige Baronin wirklich einen Knappen ehelichen?

Anzeige

Jacque Armond Fabergé gibt sich in freudiger Erwartung, die Ehre bekannt geben zu dürfen. Das er keinen Augenblick zögert um die ehrenwerte und liebliche Sarafina, Novozin des Bolgurs, welche Ihre unsterbliche Liebe mit sehsüchtigen Blick gestand, zu ehelichen.

In einem fernen Land namens Eleo Salfar konnte Madame Sarafina nicht länger Zurückhaltung üben und ließ ihren Gefühle freien lauf. Bereits in der ersten Nacht öffnete Sie Ihr Herz unter dem Vollmond der ein lieblich Licht auf ihr Anlitz warf. Valentino, ein enger Freund des Hauses Fabergé ward zu tränen gerührt. Es schien wie eine Befreiung zu sein, das lang gehegte Geheinmis der Liebe nicht länger verschweigen zu müssen. Selbst eine Gesandtschaft aus Kasiasolde beglückwünschte Sie zu ihrem unfassbaren Glück und durfte Madame Sarafina strahlender als jemals zuvor erleben.

Ich schätze mich überaus glücklich von Madame Sarafina derart begehrt zu werden. Ihre fordernden Lippen und Ihr für mich erflammtes Herz, lassen jedes Mannes Herz vor Glück zerspringen. Eine Madame so schön wie selbst ein Maler es nicht vermag zu zeichnen. Wie soll da ein Mann auch Standhaft bleiben, wenn Sie zärtlich haucht:“ Oh Mon Jacque, hmmm!“

Ich freue mich überaus Sie in balde in ihrem neuen Heim willkommen zu heißen. Und meine geliebte vor Bolgur, Ehrbar zu machen.

Ihre untertänigsten Glückwünsche nehme ich in der Fugger & Farbergé Handeslkooperation Standort Herzogtum Solania entgegen.

Der Knappe des Herzogs sucht eine neue Gefährtin

In einigen Dörfern des herzoglichen Reiches sind Proklamationen aufgetaucht die vom Knappen des Mondriac Delvans zu Solania geschrieben sein sollen.

Tharik sucht anscheinend eine neue Gefährtin, doch was sind die Hintergründe. Hat Sarafina sich von Ihm getrennt oder gibt er so schnell den Kampf um seine Verlobte auf. Die Hintergründe sind wie ein Schleier in dunkler Nacht, bisher konnten wir weder Tharik noch Sarafina zu diesen Proklamationen befragen.

Oder handelt es sich bei diesen Schriftstücken um Schabernack eines weiteren Interessenten um die Novizin der Bolgur-Kirche, wir würden schon vermuten das Tharik seinen eigenen Namen schreiben kann und sich nicht wie auf den Papyrus Tarik nennt.

Gräfin unschicklich

In der Hauptstadt nebst angrenzenden Ländereien, so wie in der Markgrafschaft Blutwiesen wird das Getuschel immer lauter. Immer unverblümter sprechen die Untertanen Blutwiesens, sprechen die Solanier von einer solanischen Gräfin die im Volksmund Gräfin Unschicklich genannt wird.

Werte Gräfin ist nun schon seid langer Zeit verlobt. Doch hat man den Verlobten, der nicht einmal Solanier ist, an ihrer Seite hier zu Lande noch nicht gesehen. Wer ist dieser rohe Klotz, der unsere lieblich Gräfin stets alleine lässt? Sie auf die zahlreichen und gefährlichen Reisen ohne seinen starken Arm lässt? Oder ist das nur eine große Seifenblase damit werte Gräfin ihr Leben auch weiterhin ohne Mann verbringen kann.

Gerüchten zufolge soll es diesen Verlobten nie gegeben haben. Damit wolle man nur ihre Zuneigung zum gleichen Geschlecht verschleiern.

Andere behaupten gar, dass es im Leben der Gräfin zwar nur einen Verlobten, aber eine ganze Reihe von Geliebten und Gespielen gibt. Und sie aus diesem Grund lieber ungebunden reist.

Manchen wollen sich erinnern, dass der Herr Fabergé jener Gräfin das Herz brach und sich nun an den Männer rächt.

Doch welchem Gerücht, der vielen von denen hier nur drei stellvertretend stehen, man Glauben schenken mag, in einem sind sie sich alle einig: Es ist wenig schicklich.

der Geistertanz

In den Zeiten des Krieges, der verschmähten Liebe und den übergriffen dämonischer Mächte versucht Tobias Tintenfass, einer unserer Schreiberlinge aus solanischen Landen, für etwas Kurzweil zu sorgen, vielleicht inspiriert es ja einige Laien in friedlicheren Zeiten dem Volke eine Darbietung dieser Geschichte vorzufuehren.

Wenn man durch die Dörfer des Landes Kajanar kommt und in den Herbergen und Tavernen man den Spielleuten und Barden lauscht, vernimmt man auf kurz oder lang auch die Geschichte vom Geistertanz, welcher sich im alten Rittersaal der Ruine von Ajakoz bei klaren und stürmischen Vollmondnächten abspielen soll und man hört von dem tapferen Bauernjungen Gowen, der diesen Tanz als erste gesehen haben soll. Und so vernehmt nun die folgende Geschichte, wie ich sie einst in einer jener Herbergen am Wegesrand von einem Barden vernahm:

 

Einst wohnte in dem Dorf Raugudis ein Junge mit Namen Gowen.

Gowen lebte auf dem Hof des Bauern Thjalmar als Ziegenhirt, denn seine Eltern waren vor einigen Jahren während einer Seuche gestorben und Thjalmar hatte sich seiner angenommen. Das Leben dort war hart, aber Gowen hatte immer genug zu essen und zu trinken und sah sich als einen glücklichen Menschen. Eines Tages, als die ersten Stürme des Herbstes bereits über das Land fegte, trennte sich eine der Ziegen, die Gowen hüten sollte, von der Herde und lief vor Panik in den Wald. Gowen führte die Herde zurück in den Stall und machte sich gleich auf die Suche. Er schwor sich, erst wieder zurückzukeh ren, wenn er die Ziege wieder gefunden hatte. "Du bist ein guter Junge" lobte Thjalmar den Jungen. "Aber gib acht. Wenn es Nacht wird, geh nicht in die Ruine. Und wenn dir keine andere Wahl bleibt, dann geh auf keinen Fall in den Rittersaal.""Warum?"fragte Gowen. "Tu einfach, was ich dir sage"

antworte Thjalmar ungehalten. Gowen bedankte sich für den Rat und machte sich umgehend auf den Weg. Der Wind hatte an Stärke zugenommen und die dunklen Wolken, die über den Himmel zogen, entluden ihre nasse und kalte Fracht. Gowen fror und betete stumm zu den Göttern, das sie den Sturm abflauen und das auch der Regen bald aufhören möge.

Erst als die Nacht weit vorangeschritten war, liessen Sturm und Regen nach und die Wolkendecke riss irgendwann auf und erlaubte einen Blick auf den Mond, der in voller Pracht am Himmel stand. Im milchigen Licht des Mondes konnte Gowen die Ruinen der Burg Ajakoz erblicken und von dort glaubte er auch das ängstliche Meckern einer Ziege zu vernehmen.

Und tatsächlich fand er die Ziege, wie sie inmitten des Burghofs stand und kläglich am meckern war. Gowen nahm sie auf seine Arme und wollte gerade die Ruine verlassen, als er durch eines der Fenster, welches sich im Wohnturm der Burg befanden, ein Licht erblickte. Zwar bewohnte niemand mehr die alte Ruine, aber war dennoch seine Neugier geweckt und Gowen machte sich auf, um das Geheimnis zu ergründen. Sogleich stieg 0D er, mit der Ziege auf den Armen, die steile Wendeltrep-pe nach oben und fand sich alsbald in einem Raum wieder, der hell von Dutzenden Kerzen und Fa-ckeln erleuchtet war. Im ganzen Raum standen festlich gekleidete Männer und Frauen beieinander. Sie asen, tranken, unterhielten sich oder tanzten.

Ein Paar fiel Gowen besonders auf. Der Mann war ganz in Grün gekleidet und der Saum, die Är-mel und der Kragen waren mit goldenen Borten verziert.

Ebenfalls in grün war die Frau gekleidet, nur das sie eine hellrote Haube auf den Kopf trug, wel-ches Frauen anlässlich ihrer Vermählung tragen.

Aber noch etwas fiel Gowen auf: Er konnte die Musik von Lauten, Trommeln, Flöten und Schal-meien hören, er roch frischen Braten und er vernahm die Stimmen und das Lachen der Menschen, die in diesem Raum standen, aber er konnte durch sie hindurch sehen. Gowen bekam es mit der Angst zu tun, drehte sich um und verliess den Rittersaal wieder und ging nach Hause. Draussen war mittlerweile der neue Tag angebrochen, was Gowen ziemlich verwunderte. War er doch nicht länger als ein paar Minuten dort oben gewesen.Und als er den Berg hinabstieg, begegnete er einem alten Mann. Gowen grüsste dem Mann freundlich. Dieser sagte: "Du warst bestimmt oben in der Ruine von Ajakoz, nicht wahr?" Gowen nickte und der Alte Mann kicherte leicht. "Dann hast du bestimmt auch die Geister von Lady Egwyn und Sir Morgan gesehen, die dort ihre Hochzeit gefei-ert haben, nicht wahr?" Gowen nickte wortlos.

Die Augen des Alten Mannes strahlten plötzlich eine Güte aus, wie sie Gowen selten zuvor und danach gesehen hatte. "Die beiden starben in der Hochzeitsnacht bei einem grossen Feuer, ebenso alle ihre Gäste.

Aber seitdem holen sie Nacht für Nacht den glücklichsten Moment ihres Lebens nach und jeder, der sich noch in der Burg befindet, wenn das Feuer ausbricht, wird von ihm verzehrt werden und muss sie bis in alle Ewigkeit mitfeiern. Du hast grosses Glück gehabt, mein Junge. Denn anstatt in den Flammen zu vergehen, wirst du nun mit grossen Reichtum gesegnet sein."

Der Alte wies Gowen an, seine Umhänge-Tasche zu öffnen und staunte nicht schlecht, als er sie mit Gold, Edelsteinen und anderen Kostbarkeiten bis an den Rand gefüllt war."Das ist dafür, das du den Geistern getrotzt hast.

Denn du solltest eines bedenken, mein Junge: Dort, wo die Welten der Menschen und der Geister sich kreuzen, vergeht die Zeit langsamer, als sonst. Und du bist dem Feuer entronnen, weil du ein mutiges und gütiges Herz hast.Deshalb sollst du von mir, dem Wächter der Berge, nun reich be-lohnt werden." Gowen wollte den alten Mann noch was fragen, doch als er aufblickte, war der alte Mann verschwunden. Gowen kaufte von den Reichtümern ein grosses Stück Land und lebte für den Rest seiner Tage glücklich und zufrieden. Und noch heute kann man , wenn man in einer stürmi-schen Herbstnacht die Ruine von Ajakoz aufsucht, das Hochzeitspaar tanzen sehen. Doch sollte man vor Mitternacht den Turm und die Ruine wieder verlassen haben.

So hat es sich zugetragen...so und nicht anders

Feran

In juengster Zeit verdichten sich die Hinweise, das sich die Kleriker und Paladine der grossen Kirchen Solanias zusammenschliessen.

Leider ist dies erst kurz vor erscheinen der "freien Solanischen Post" bekannt geworden, viel ist uns noch nicht bekannt, nur der Name des Gottes, der vorher unter den Namen "Boolgur", "Rab" oder "Armina" bekannt war.

Sein Name lautet "Feran".

Download

fsp2008_1.pdf

Die freie Solanische Post zum runterladen und ausdrucken

402 K