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Chonsu

Der Glaube an den Mondgott Chonsu

Der Gott Chonsu:

Der Glaube an den Mondgott Chonsu ist wohl einer der ältesten Glaubensrichtungen, die im Fürstenrum Drakonia ausgeübt werden. Seinen Hauptverbreitungsgebiet hat er in der Grafschaft Bergstedt, genauer gesagt in der Nähe der Stadt Berghausen. Denn dort befinden sich die Ruinen eines alten Tempels, der im Zuge der Askedianisierung der damaligen Markgrafschaft Darkon zerstört wurde. Allerdings hat vor kurzer Zeit der Wiederaufbau dieses Tempels begonnen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der Glaube eine lange und bewegte Geschichte hinter sich. Einer alten Legende zufolge erschien vor gut 800 Jahren dem Gründer des Kultes während eines Gebets ein alt wirkender Mann auf der Lichtung und verkündete: "VERNIMM DIESE MEINE WORTE: ZIEHE HINAUS IN DIE LANDE SOLANIA UND VERKÜNDE ALL JENEN DIE DU TRIFFST DAS WORT VON CHONSU, DEM GOTT DES MONDES. KEHRE ZU JEDEM VOLLMOND ZU DIESEM ORT ZURÜCK UND ICH WERDE DIR ERSCHEINEN UND DICH ALLES LEHREN, WAS DU WISSEN MUSST, UM ZU MEINEM RUHM UND EHREN UND EIN SORGENFREIES LEBEN ZU FÜHREN. DENN ICH BIN CHONSU DER GOTT DES MONDES UND DER NACHT" und mit diesen Worten verschwand die Gestalt wieder. Ein ganzes Jahr tat der Mann, dessen Name Burchhard war, zu dieser Stelle zurück und Chonsu lehrte ihm alles, was er wissen musste, um den Kult erfolgreich aufbauen zu können. In der Zeit zwischen den Vollmonden begann Burchhard in der Umgebung die Lehren Chonsus zu predigen und gewann eine sich immer schneller grösserwerdende Zahl von Anhängern. Und immer wieder zeigte sich Chonsu in einer anderen Gestalt: Mal als alter Mann, mal als Weise, vom Aussehen her eine alte Frau, einige Male erschien er auch als Eule und auch ein paar Mal als Wolf. So ist die Frage, ob Chonsu männlich oder weiblich sei, diese Frage wurde sich im Laufe der letzten Jahrhunderte schon desöfteren gestellt, im Grunde überflüssig. Chonsu ist halt beides. Die Eule und der Wolf werden als Zeichen von Weisheit, Mut und Stärke gedeutet. Nachdem sich Chonsu Burchhard zum letzten Mal offenbart hatte, ließ dieser an der Stelle einen Tempel errichten. Dieser Tempel war der bisher einzige, zumindest offizielle Tempel, dem man dieser Gottheit geweiht hat. Dieser Tempel war bis vor ein paar Jahren das geistliche und spirituelle Zentrum des Glaubens. Zwar entstanden in Berghausen, der Bergbausiedlung Khorna und in Bergstedt-Stadt auch noch Tempel, die Chonsu geweiht wurden, aber keiner übertraf diesen Tempel in irgendeiner Weise. In diesem Tempel war auch das Orakel des Mondes eingerichtet. Dieses Orakel verstand man als Bindeglied zwischen dem Gott und den Menschen. Kaum ein Graf von Bergstedt wird sich davor gescheut haben, in allen wichtigen Fragen das Orakel des Mondes um Rat in allen Lebenslagen zu fragen. Allerdings tätigten sie ihre Weissagungen nur zu Vollmond, denn dann ist die Macht des Gottes am stärksten.

Der Tempel:

Der Tempel, der einst Chonsu geweiht war, galt als einer der schönsten und größten Tempel in ganz Solania. Leider wurde er bereits wenige Tage nach Beginn der Askedianisierung der Markgrafschaft Darkon von den Askedianern bis auf die Grundmauern zerstört. Seit sich Darkon und Vahrenholz zum Fürstentum Drakonia vereinigten und der daraus resultierenden Glaubensfreiheit wurde der Chonsu-Kult wieder erlaubt und seit Anfang des Jahres sind die Anhänger dabei, den Tempel wieder aufzubauen.

Der Tempel war fast doppelt so groß wie die Grafenburg in Bergstedt-Stadt. Um eventuelle Angriffe von außen abzuwehren, war er mit einer doppelten Steinmauer umgeben und um den Strategischen Faktor noch zu erhöhen, wurde ein sehr tiefer Graben angelegt, der mit Wasser aus dem Fluss gespeist wurde, der durch Bergstedt hindurchfliesst. Im Innern des Tempels befanden sich das Orakel des Mondes, die Quartiere der Priester, die Räume für die Novizen, sowie eine Schmiede und die Waffenkammer für die Kultsoldaten und die Paladine der Nacht. Im Zentrum befand sich der heilige Schrein, auf dem eine Statue von Chonsu als alter Mann stand. Die Zahl der Anhänger von Chonsu wird derzeit auf etwa 900 geschätzt. Vor Beginn der Verfolgungen waren es noch 3000. Die meisten kamen bei den Verfolgungen ums Leben oder flohen außer Landes, nach Andwinn, Wiesengrund oder nach Drakenstein oder Ravernien, sodass sich zumindest in den genannten Markgrafschaften einzelne Splittergruppen des Kultes gebildet haben. Ob sich in Ravernien oder in Drakenstein Mitglieder gruppiert haben, konnte bisher noch nicht geklärt worden.

Die Hierarchie innerhalb des Kultes und die Lernschienen:

Wie in jeder Kirche ist auch die Chonsu-Kirche auf eine Hierarchie angewiesen, da sonst alles im Chaos versinken würde. Auch Lernschienen gibt es innerhalb des Kultes:

Kämpfer
Magier
Alchemist

Jeder Novize, egal ob Mensch, Elfe, Zwerg oder Gnom, der sich für eine Karierre innerhalb des Kultes entscheidet, kann zwischen einer dieser Schienen wählen und es dort zur Perfektion bringen.

Kämpfer:

Diejenigen, die für den Mondgott die Schwerter ziehen, nennt man "die Krieger des Mondes". Wenn man so will kann man sie als Ordenskrieger ansehen.Zwar ist Chonsu kein Kriegergott, doch sind in seinen Reihen alle gern gesehen, die eine Waffe führen können, egal welcher Art. Die einzelnen Ränge sind anhand ihrer Ausrüstung zu erkennen. Während die einfachen Fußkrieger an ihren Lederrüstungen und Kettenhemden zu erkennen sind, tragen die"Templer des Mondes" und die Paladine schon Platte, kombiniert mit Kettenhemd.

Fußkrieger:

Ein jeder, der sein Schwert für Chonsu führen will, beginnt als einfacher Fußkrieger. Sie stellen die Masse der Ordenskrieger. Im Volksmund heißen sie" Krieger des Mondes" Zu erkennen sind sie an ihren Lederrüstungen und Kettenhemden. Wappenröcke tragen sie nicht, dafür Gürtelwappen mit dem Wolf, der den Vollmond anheult. Waffentechnisch ist ihnen alles erlaubt zu führen. Vom einfachen Dolch bis hin zum Zweihänder, über die Lanze bis hin zum Bogen und der Armbrust. Sie sind dem Kult treu ergeben und ziehen sich nur zurück, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Als ihre einzige Aufgabe sehen sie die systematische Vernichtung allen Übels auf dieser Welt an. Zu ihren Feinden zählen neben Untoten und Dämonen auch Orks und Dunkelelfen, kurzum: Alle bösen Geschöpfe, die die Nacht bevölkern. Zu den Fußkriegern zählen auch die Heiler, die nach jeder Schlacht ihre eigenen Leute wieder zusammenflicken.

Templer:

Der "Templer des Mondes" unterscheidet sich nicht großartig vom einfachen Fußkrieger. Nur das die Templer Kettenhemden tragen und einen nachtblauen Wappenrock mit dem Mond und dem heulenden Wolf drauf. Ist es den Fußkriegern noch erlaubt, jede Art von Waffe zu führen, so müssen sich die Templer ihre Waffenauswahl schon auf Schwert und Streitkolben oder Streitaxt beschränken. Fernkampfwaffen wie Bogen oder Armbrust lehnen die Templer aus Gründen der Ehre strikt ab. Sie wollen ihre Gegner am liebsten im Nahkampf erledigen.

Paladine:

Wer es in der Krieger-Lernschiene zum "Paladin Chonsus" gebracht hat, kann sich glücklich schätzen, denn nur ganz wenige schaffen es überhaupt soweit aufzusteigen. Momentan gibt es in den Reihen der Ordenskriegern ungefähr nur ein Dutzend Paladine und diese sind die persönliche Leibgarde des Erzpriesters. Will ein Templer in den Rang eines Paladin aufsteigen, so muss er eine Prüfung ablegen, in der er beweisen muss, das er es wert ist, ein Paladin zu werden. Was das für eine ist, bleibt dem Paladin überlassen, der sich des Templers angenommen hat, um ihn auszubilden. Hat er die Lehrzeit von einem halben Jahr absolviert, versammeln sich mindestens drei Paladine, zwei Priester, ein Hohepriester und der in den Rang zu erhebende zu Vollmond an einem Chonsu geweihten Ort. Die Paladine, die Priester und der Hohepriester nehmen rings um ihn im Halbkreis Aufstellung. Der Anwärter verharrt kniend und spricht kein Wort. Nach einer Weile des Schweigens stellen ihm die Anwesenden Fragen über seinen Lebenswandel, an wievielen Schlachten er teilgenommen hat, etc. Wenn alle ihre Fragen gestellt haben, muss sich der Anwärter erheben, hebt die rechte Hand und leistet einen Treueeid auf Chonsu:"HIERMIT GELOBE ICH EIN GUTER PALADIN ZU WERDEN. GANZ IM DIENSTE CHONSUS DES GOTTES DES MONDES DER NACHT UND DES LICHTES, WELCHES DIE DUNKELHEIT ERHELLT. ICH SCHWÖRE IMMER DIE WAHRHEIT ZU SAGEN, JEDERZEIT GEGEN ALLE GESCHÖPFE DES BÖSEN ZU KÄMPFEN, WO IMMER ICH SIE ANTREFFE UND EGAL WIE STARK SIE SIND. DAS GELOBE ICH SO WAHR CHONSU MIR HELFE". Erst nachdem er den Eid abgelegt hat, beginnt die eigentliche Zeremonie: Zu diesem Zweck verlassen alle bis auf den Anwärter die Lichtung und er bleibt allein zurück, mit freien Oberkörper und nur mit einem Schwert bewaffnet. Zweck dieser Zeit der Stille ist es, ein Gebet an Chonsu zu richten, damit er seinen Treueeid auch immer gewissenhaft erfüllen kann. Hat er sein Gebet beendet, steht es ihm frei den heiligen Ort zu verlassen. Verlässt er ihn nicht, muss er dort den Rest der Nacht zubringen, bis ihn im Morgengrauen jemand abholt. Verlässt er ihn aber, so hat er auf direkten Weg zurück zum Lager zu gehen und dort die letzten Weihen zu empfangen. In den meisten Fällen haben die Anwärter noch einen Kampf zu bestehen. Meistens ein von dem Zeremonienleiter angeheuerter, der mit demjenigen die Klingen kreuzt. Dieser dauert meistens nicht länger als fünf Minuten. Nach dem Kampf wird sich zeigen, ob der zukünftige Paladin in der Lage ist, Gnade walten zu lassen. Ist dies der Fall, hat er sich in allen Punkten als würdig erwiesen, ein " Paladin Chonsus" zu sein, wird er im Lager von dem Hohepriester im Rahmen einer öffentlichen Zeremonie geweiht und erhält den Nachtblauen Wappenrock mit silberner Umrandung und dem Mond anheulenden Wolf. Zuletzt erhält er aus der Hand seines Lehrmeisters seine Waffe, die während seiner Abwesenheit gesegnet und geweiht wurde. Denn das Schwert, der Schild und ein Kurzschwert oder Dolch sind die einzigen Waffen, die ein "Paladin Chonsus" führen darf.

Magier:

Magier haben innerhalb des Kultes ein hohes Ansehen. In den Augen der meisten Kult-Anhänger erscheinen Magier als nicht immer sympatische Zeitgenossen, da sie um ihr hohes Ansehen wissen.

Magier tragen in der Regel eine weite, nachtblaue Robe und sie sind an dem Eulen-Symbol zu erkennen, welches auf ihren Roben auf der Brust prangt. Wie auch bei den Kämpfern gibt es bei den Magiern drei Stufen

Lehrling:

Als Lehrling kann nur derjenige anfangen, der auch über genug astrale Aura verfügt. Hat derjenige, der in den Künsten der Magie ausgebildet werden möchte, sein Lehrgeld entrichtet(in der Regel 20 Silberstücke), kann die Ausbildung beginnen. Unterwiesen werden die Lehrlinge im Haupttempel des Kultes. Dort steht ihnen eine Bibliothek mit allerlei Wissen zur Verfügung. Ebenso kann der Lehrling wählen, ob er in der Heil-Kampf- oder in der Elementarmagie unterrichtet werden will. Nach einer Lehrzeit von einem Jahr steigen sie in den Rang eines Adepten auf. Lehrlinge sind an einem Gürtelwappen mit dem Mond und der Eule zu erkennen.

Adept:

Der zweite Rang bei den Magiern. Als Adept werden die als Lehrling erlernten Kenntnisse weiter vertieft und wenn man will, kann man sein Wissen schon an einen Lehrling seiner Wahl weitergeben. Die Zeit als Adept dauert etwa zwei Jahre. Adepten sind an einem Nachtblauben Wappenrock mit der Eule und dem Mond zu erkennen.

Meister:

Die letzte und zugleich schwierigste Stufe, die man als Magier erreichen kann. Um ein Meister zu werden, muss man über umfangreiches Wissen verfügen, in der Sparte, die man als Lehrling und auch als Adept gewählt hat. Eine Prüfung wird meist in schriftlicher Form und in praktischer Form abgenommen. Eine praktische Prüfung beinhaltet z.B. das Ziehen eines Ritualkreises. Hat er die Prüfung erfolgreich beendet, bekommt er eine Nachtblaue Tunika, auf der die Eule und der Vollmond abgebildet sind. Zudem haben sie an Saum, Ärmel und Kragen eine silberne Borte.

Mondmagier können ihre magische Kraft am besten bei Dunkelheit und vor allem bei zunehmenden und bei Vollmond einsetzen. Bei Tag zwar auch, aber dann nur einfache Sprüche wie Windstoss.

Alchemisten:

Die einzige Sparte, in der es nicht drei Lernschienen gibt, sondern nur zwei, nämlich Lehrling und Meister

Alchemisten gibt es erst seit kurzen im Chonsu-Kult und niemand möchte sie mehr missen, weil sie mit ihren Heiltränken, Tinkturen, Giften und allerlei lustigen Erfindungen schon so manchen Kampf entschieden haben. So wird von einem "Krieger des Mondes" erzählt, der eines Nachts in einem Waldstück in der Nähe von Tremon von einem halben Dutzend Untoten überfallen wurde, die bis an die Zähne bewaffnet waren und der Krieger hatte nur sein Schwert und die neueste Entwicklung eines Alchemistenkollegen, eine Phiole mit explosiven Inhalt. Als die Untoten schon bedrohlich nah waren, nahm der Krieger die Phiole und schleuderte sie zwischen die Untoten. Als sich der Rauch verzogen hatte, war von den Untoten nichts mehr zu sehen. Dieses Beispiel verdeutlicht, wie wichtig Alchemisten längst für den Chonsu-Kult geworden sind.

Lehrling:

Wenn sich einer zu den Studien der Alchimie entschlossen hat, beginnt eine der härtesten Ausbildungen, die man sich vorstellen kann. Hat man aber die Ausbildung erfolgreich absolviert, kann man sich glücklich schätzen. Dann weiß man auf so gut wie jedes Problem eine Lösung, sei es eine Horde wütender Orks, Drow, herumwandernde Untote und dergleichen. Alchemisten tragen keine besonderen Abzeichen, bis auf ein Amulett mit dem Mondsymbol.

Meister:

Nach dem bestehen der Meisterprüfung darf man sich Meisteralchemist nennen. Momentan stehen nur drei oder vier Meisteralchemisten im Dienst des Chonsu-Kults.

Diese drei Lernschienen verdeutlichen, was jemand, der in den Dienst des Chonsu-Kults tritt, für Möglichkeiten hat. Neben den drei Lernschienen gibt es auch noch die Möglichkeit, ein Priester Chonsus zu werden, die sich in der Regel aus den Ordenskriegern und den Magiern rekrutieren.

Die Priesterränge innerhalb der Chonsu-Kirche:

Neben den drei Lernschienen, die, wie oben beschrieben, aufgebaut sind, gibt es auch innerhalb der Priesterschaft eine Lernhierarchie. Um Priester der Kirche des Chonsu-Kultes zu werden, sei demjenigen, der sich zu einer solchen Laufbahn berufen fühlt gesagt, das man dafür ein rhetorisches Talent haben muss und man sollte über die Gabe verfügen, seine Zuhörer mit seinen Worten zu fesseln. Um Priester zu werden, muss derjenige einen triftigen Grund angeben, warum er den Weg der Magie/ des Schwertes verlassen hat und sich stattdessen dazu entschloss, dem Weg des Wortes zu folgen. Dies sollte bei Kämpfern spätestens ab dem Templer und bei Magiern spätestens ab dem Adepten geschehen. Sobald man sich wirklich zu hundert Prozent dazu entschieden hat, Priester zu werden, beginnt die Ausbildung. Hierzu wird der Anwärter wieder in den Stand eines Novizen zurück versetzt. Innerhalb der Priester gibt es nur die Ränge des Novizen und den des ganz normalen Priesters. Die Ausbildung zum Priester dauert, wenn man schon in einer der beiden Lernschienen aktiv war, gut ein halbes Jahr. Ansonsten dauert sie mindestens doppelt so lange.

Novize:

Ein Novize der Priesterschaft muss zunächst drei Dinge schwören:

1. Wissbegier

2. Demut und Loyalität der Priesterschaft gegenüber

3. Ehrlichkeit in absolut jeder Situation

Hat ein Novize dies in einer feierlichen Zeremonie gelobt, beginnt die Ausbildung. Dazu begibt sich der Novize zum Haupttempel nach Bergstedt, wo er dann in vielen Bereichen ausgebildet wird.

Die wichtigsten:

1. Sternkunde

2. Predigen. Dazu gibt es Rhetorik-Kurse, die immer gut besucht sind.

3. Lesen und Schreiben. Dies ist wichtig, da einige zu Chronisten ernannt werden können, die jedes, in ihren Augen noch so wichtiges Ereignis verzeichnen und sei es nur die Liste mit den jährlichen Abgaben der Bauern.

4. Pflanzenkunde.

5. zu welcher Gelegenheit man welches Gebet spricht, wie man eine Bestattungszeremonie leitet und vieles mehr.

Da dieses Wissen zu komplex ist, um es innerhalb von sechs Monaten zu erlernen, bleiben einige Novizen noch einige Monate mehr im Haupttempel, um sich in dem einen oder anderen Bereich weiterzubilden und das Wissen zu vertiefen. Das beste Beispiel für einen solchen Lerneifer könnte kaum ein anderer zu nennen sein, als Bruder Vincent aus Tremon. Noch heute, gut fünfzig Jahre nach seiner Zeit als Priester-Novize, gilt er als der wissbegierigste Angehörige des Chonsu-Kultes. Man erzählt sich, er soll sich selbst während der Schlaf- und Essenszeiten in den Bibliotheken des Haupttempels aufgehalten haben, um die alten Bücher und Schriftrollen zu studieren. Dabei eignete er sich eine solche Menge an Wissen an, dass er gleich nach seiner Novizen-zeit zum obersten Chronisten des Kultes ernannt wurde. Die in der Zeit angefertigten Schriftrollen und Bücher gelten noch heute als Pflicht-Lektüre für angehende Priester. Und das sind nicht gerade wenige. Von dem Zeitpunkt, als er den Posten des obersten Chronisten antrat bis zu seinem Tod, der ihn drei Jahre vor dem kurzzeitigen Verbot des Kultes ereilte, fertigten er und seine Schreiber fast an die dreihundert Bücher und doppelt so viele Schriftrollen an. Zwar verbrannten einige bei der Zerstörung des Tempels, aber es existieren Abschriften von jeder einzelnen Schrift.

Priester:

Wenn die Zeit des Noviziats sich dem Ende nähert, wird ein Prüftermin für den angehenden Priester festgesetzt. Besteht der Novize, darf er sich fortan "Priester des Mondes" nennen und kann sich entweder weiterhin seinen Studien widmen oder er kann eine kleine Gemeinde übernehmen oder in die Welt hinausziehen und Chonsu als Wanderprediger dienen. Mittlerweile ist ein nicht näher bekannter Priester Chonsus im Flüchtlingslager Ferum an der Grenze zu Altarion als Totengräber tätig. Um wen es sich handelt, konnte bisher nicht festgestellt werden. Besteht ein Novize die Prüfung nicht, was aber äußerst selten vorkommt, hat er noch zwei Versuche, jeweils in einem Abstand von einem Monat. Besteht er auch diese beiden Male nicht, so wird das als ein Zeichen Chonsus gewertet, das dieser Novize nicht dafür auserkoren ist, dem Kult als Priester zu dienen und muss fortan entweder als Adept oder als Templer den Kriegern oder den Magiern dienen. Wobei das Ausüben des Priesteramtes allerdings seine Vorteile hat: Ein Priester genießt hohes Ansehen, er wird mit Respekt behandelt und um seinen Rat, in egal was für einer Angelegenheit, wird immer gerne gebeten. Priester sind an ihren nachtblauen Tuniken und den Amuletten mit dem Halbmond-Symbol zu erkennen, welches ihnen im Rahmen einer kleinen Zeremonie verliehen wird. An Waffen ist es dem Priestern erlaubt, nur einhändige Schwerter zu führen und leichte Rüstungen, wie Lederrüstungen oder Kettenhemden zu tragen. Magiebegabten Priestern ist es untersagt, Waffen zu führen, die länger als ein Kurzschwert sind. Streitäxte oder Streitkolben hingegen sind erlaubt. Das führen von Schilden ist ebenfalls untersagt, zumindest den Magiern.

Wanderprediger:

Seit einiger Zeit machen sich einige Prediger auf den Weg durch die Lande Solania, um den Glauben an Chonsu auch in den anderen Markgrafschaften zu verbreiten. Sie sind an den schwarzen Tuniken mit silberner Borte und dem Eulen-Symbol, welches sie als Amulett um den Hals tragen, zu erkennen.

Das Leben nach dem Tod und Bestattungsriten:

Wie das halt so im Leben ist, kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem man schlicht und einfach tot ist.

Ob durch Fremdeinwirkung oder völlig normal, irgendwann ist jeder einmal dran mit dem Sterben.

Die Anhänger des Chonsu-Kultes haben eine sehr, nun ja, eigenartige Art mit dem Tod eines ihrer Mitglieder umzugehen. Ist ein Kult-Mitglied verschieden, wird die Leiche einen Tag und eine Nacht aufgebahrt. Dabei halten die anwesenden Mitglieder im Stundentakt Wache an der Bahre des Toten. Jedem ist für diese Zeit untersagt auch nur ein Wort zu sagen, da sonst die Seele des Toten einen Grund hat, in der Welt der Lebenden zu verweilen. Allerdings ist es den Wachenden gestattet, ein leises Gebet zu murmeln. Ist die Zeit des Wachens abgeschlossen, wird der Körper auf einer Bahre einmal durchs ganze Lager getragen, begleitet vom rituellen Gesang der Priester. Die ganze Gemeinde hat dem Zug zu folgen und dabei ihre besten Gewänder zu tragen. Die Ordenskrieger, ob Fußkrieger, Templer oder Paladin, haben zudem ihre Waffen dabei zu haben. Hat der Zug einmal das Lager durchquert, wird der Leichnam auf einen großen Holzstoss gelegt und mit Reisig bedeckt. Dann tritt jeder, der den Toten kannte vor und berichtet in kurzen und knappen Sätzen, was der Tote ihm bedeutet hat. Ist dies abgeschlossen, tritt der Ranghöchste anwesende Priester vor und ruft Chonsu an, sich des Toten anzunehmen. Dann legt er die Fackel an den Scheiterhaufen und während die Flammen den Scheiterhaufen verzehren, hat die Trauergemeinde am Scheiterhaufen auszuharren und das Loblied auf Chonsu zu singen und es werden die Strophen solange wiederholt, bis das Feuer heruntergebrannt ist. Sobald dies geschehen ist, werden die Knochen, die noch übrig sind, aufgesammelt und samt einer Urne in einem tiefen Erdloch beigesetzt. Durch das Verbrennen wird verhindert, dass der Leichnam des Toten eines Tages von einem Nekromanten wiedererweckt werden kann. Zudem soll so die Seele vom Körper gelöst und von Chonsu als Stern an den Nachthimmel gesetzt wird. Sobald dies geschehen ist, wird an die übrigen ein großer Becher Wein ausgeschenkt, den jeder in einem Zug leeren muss. Zuvor wird jedoch folgendes Gebet von jedem gesprochen:

"Chonsu, Gott des Mondes, der Heilkunde und des Ackerbaus! Segne mit diesem Trunk die Seele unseres Bruders und ich bitte dich, setze seine Seele als Stern an den Nachthimmel und lasse ihn hell erstrahlen, auf das er die Nacht erleuchte und den Lebenden den Weg in der Nacht zeigen möge, immerdar".